Akutelles

Nun fliegen sie wieder

Nein - nicht die Flugzeuge, Piloten, Flightattendants oder Passagiere, sondern die Pollen. Alle Jahre, sobald die ersten Gräser, Bäume und Blumen blühen und sich die Mehrheit über den Frühling freut, beginnt für viele ein neuer Leidensweg: der Heuschnupfen. Normalerweise kann sich der menschliche Organismus ohne Probleme mit Stoffen arrangieren, mit denen er über Haut oder Atemwege in Kontakt kommt. Fehlt aber diese Fähigkeit oder ist diese eingeschränkt, kann es zu allergischen Reaktionen oder Entzündungen kommen.

Welches sind nun die Möglichkeiten, wenn man unter einer solchen Überempfindlichkeit leidet? (Die folgende Zusammenstellung soll nur einige Möglichkeiten aufzeigen und ist keineswegs abschliessend bzw. vollständig.)

  • Schulmedizinisch werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die die überschiessenden Reaktionen des Organismus dämpfen, wie z.B. Antihistaminika, Mastzellenstabilisatoren oder Glucokortikoide. Es gibt auch die Möglichkeit mittels verschiedener Tests (Hauttest, Blutuntersuchungen oder Provokationstests) die allergie-auslösenden Stoffe zu bestimmen und allenfalls eine Hyposensibilisierung durchzuführen.

  • Auch die Komplementärmedizin bietet bei Heuschnupfen viele verschiedene Möglichkeiten. Als praktizierender Homöopath ist es wohl kaum erstaunlich, dass ich hier an erster Stelle die homöopathische Konstitutionsbehandlung erwähne. Diese hat zum Ziel, die bestehende Überempfindlichkeit zu reduzieren. Leider ist es für den Beginn einer solchen Behandlung beim Beginn des Pollenflugs bereits zu spät, um noch im selben Jahr einen grossen Erfolg zu verspüren, denn eine solche Behandlung dauert meist ein bis zwei Jahre. Oft werden aber auch homöopathische Mittel eingesetzt, um die auftretenden Symptome zu lindern (z.B. allium cepa, euphrasia, usw.)

  • Aus der Sparte der Phytotherapie wäre hier zum Beispiel ein Tee oder eine Frischpflanzentinktur aus Meisterwurzwurzeln, Ysopkraut, Augentrost, Estragon und Gundelrebe je zu gleichen Teilen einen Versuch wert. (2 mal täglich eine Tasse Tee oder 3 mal täglich ca. 20 Tropfen Frischpflanzentinktur). Es empfiehlt sich, auch mit dieser Kur schon vor dem Pollenflug zu beginnen. Ebenfalls empfehlenswert ist ein Gemmo-Mundspray aus Johannisbeer-Knospenmazerat (ribes nigrum).

  • Die „grüne Apotheke“ empfiehlt viel Knoblauch, Zwiebeln und Meerrettich zu essen. Auch die Wirkung des Ginkgo-Extraktes wird lobend erwähnt. Vielerorts wird auch empfohlen, während dem Winter bis in den Frühling täglich 1-2 Teelöffel Bienenhonig aus der eigenen Umgebung in etwas Fruchtsaft verdünnt einzunehmen (Vorsicht bei Diabetikern).

  • Aus der anthroposophischen Medizin wäre hier das Medikament Gencydo (Weleda) zu erwähnen, das als Nasenspray oder Salbe erhältlich ist und aus Zitronen- und Quittensaft hergestellt wird. Diese Stoffe wirken zusammenziehend, sekretionshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute.

  • Auch die chinesische Medizin vermeldet Erfolge in der Behandlung von Heuschnupfen mittels Akupunktur oder Ohrakupunktur, mit oder ohne Unterstützung durch chinesische Kräuter.

  • Weitere lindernde oder prophylaktische Massnahmen sind: Nasenspülungen mit Meersalzwasser, das Einreiben des Naseninneren mit Olivenöl, sich sowenig wie möglich im Freien aufhalten ( auch wenn dies schwer fällt), Schlafen mit geschlossenem Fenster, eine Eigenblutbehandlung oder das Planen eines Urlaubs am Meer oder im Hochgebirge in der Zeit, in der die Symptome am schlimmsten sind.


Peter Keller, Wängi
Homöopath / Naturheilpraktiker
www.sanus.ch